Warum zwei Offerten so weit auseinanderliegen
Sie fragen zwei Treuhänder für denselben Betrieb an und bekommen Zahlen, die kaum zusammenpassen. Beide haben richtig gerechnet. Sie zählen nur nicht dasselbe.
Die eine Frage, die den Unterschied macht
Wonach bemisst der Anbieter die Menge? Danach richtet sich Ihr Preis, und die Antwort steht selten gross auf der Seite.
Die meisten der 4 Anbieter zählen Belege: Rechnungen, Quittungen und Belastungen, die verbucht werden müssen. Mindestens einer zählt stattdessen Zahlungsvorgänge — die Ein- und Ausgänge auf Bankkonto und Kreditkarte. Ein weiterer arbeitet mit Stufen nach Belegen pro Jahr, ein weiterer mit festen Paketen.
Für den einen Betrieb ist das dieselbe Zahl. Für den anderen das Mehrfache.
Wann Sie besonders aufpassen müssen
Bezahlen Sie jede Lieferantenrechnung einzeln und werden Sie für jede Kundenrechnung einzeln bezahlt, spielt das Modell keine Rolle. Beide Zählweisen kommen bei Ihnen auf dieselbe Zahl.
Anders sieht es in drei Fällen aus. Arbeiten Sie viel mit Bargeld, haben Sie Belege ohne Bewegung auf dem Konto. Machen Sie Sammelzahlungen — eine Überweisung für zwanzig Rechnungen —, ist es umgekehrt. Und verkaufen Sie über eine Zahlungsplattform, kommt eine Sammelgutschrift für viele Einzelverkäufe.
In allen drei Fällen fahren Sie bei einem Anbieter, der Zahlungen zählt, deutlich günstiger — bei genau derselben Arbeit. Haben Sie dagegen viele kleine Kontobewegungen und wenige Belege, etwa durch Abos auf der Firmenkarte, ist es genau andersherum.
Was daneben noch berechnet wird
Neben der Grundmenge stehen drei Positionen, die sich schneller summieren, als die Ab-Preise vermuten lassen: ein Betrag je Lohnempfänger und Monat, ein Aufschlag für die Mehrwertsteuerabrechnung und die einmalige Einrichtung im ersten Jahr.
Ein Anbieter weist das in seiner PDF-Offerte einzeln aus — Lohn CHF 39 je Mitarbeitendem, Mehrwertsteuer effektiv CHF 40, Steuererklärung CHF 30, je Monat. Damit lässt sich die Rechnung auf den eigenen Betrieb übertragen. In dieser Branche ist das die Ausnahme.
Die Mehrwertsteuermethode ist dabei kein Detail: Der Saldosteuersatz verlangt weniger Arbeit und ist günstiger zu haben. Wenn Sie unter der Umsatzgrenze liegen und die Wahl haben, entscheiden Sie damit auch über den Treuhandpreis.
Womit Sie in jedem Fall rechnen können
Vergleichbar werden Angebote erst, wenn der Umfang derselbe ist. Bei allen 4 Anbietern in dieser Erhebung ist er es:
- MWST-AbrechnungQuartals- oder Semesterabrechnung mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung, nach der Methode des jeweiligen Musterbetriebs.
- LohnbuchhaltungMonatliche Lohnabrechnungen samt Sozialversicherungsmeldungen für die angegebene Zahl von Lohnempfängern.
- JahresabschlussBilanz und Erfolgsrechnung zum Geschäftsjahresende — die Position, die in Offerten am häufigsten fehlt.
- SteuererklärungDie Steuererklärung des Unternehmens, nicht die private des Inhabers.
| Merkmal | SEBONA Treuhand | Findea.ch | Leuchtenstadt Treuhand | Paradies Treuhand |
|---|---|---|---|---|
| Jahresabschluss im Preis | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Steuererklärung im Preis | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Kundenportal | ✓ | ✓ | nicht erhoben | nicht erhoben |
| Domizilservice | ✓ | ✓ | nicht erhoben | ✓ |
| Gründungsbegleitung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Eingesetzte Software | Accounty | verschiedene | nicht erhoben | Infoniqa ONE 50 |
Was die 4 Anbieter für fünf konkrete Musterbetriebe verlangen — bei allen mit derselben Leistung.
Alle 4 Anbieter in der Vergleichstabelle: Buchhaltung auslagern